Die Wirtschaft in Schlesien im Zeitraum von 1898 bis 1905
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Petroleumraffiniere
Im Bezirke der Handels- und Gewerbekammer für Schlesien befinden sich 2 Petroleum-Raffinerien. Im Sommer 1898 erfolgte die Vereinigung der einzelnen österreichischen und ungarischen Raffinerien und eine Kontingentierung ihrer Produktion. Dadurch besserte sich die trostlose Lage, in der sich die Raffinerien in der letzten Zeit befanden. Die Erzeugung wurde durch die Kontingentierung zwar eingeschränkt, dafür gewann sie an Stabilität und vermochte bessere Preise zu erzielen. Am Export konnten sich die Raffinerien infolge der hohen Preise des inländischen Rohöles wenig beteiligen. Hingegen wurde Benzin in größeren Mengen exportiert. Der Absatz war im Jahre 1890 nicht nur für Petroleum sondern auch für die Nebenprodukte ein guter. In diesem Jahre gelang es auch Petroleum, nach Deutschland, der Schweiz und Italien zu exportieren.
Einen Niedergang der Petroleum-Industrie hatte der im Frühjahre 1901 erfolgte Zusammenbruch der bestehenden Kontingentierung der österreichischen und ungarischen Raffinerien zur Folge, indem nunmehr wiederum der Konkurrenzkampf der einzelnen Raffinerien untereinander einsetzte, der in den folgenden Jahren die Industrie schwer schädigte. Erst im Herbste 1903 gelang es eine neuerliche Verständigung zwischen den Raffinerien der Monarchie zu Stande zu bringen, wodurch die Petroleum-Industrie nach langem krisenhaften Zustande wieder in normale Bahnen gelenkt wurde. Auch der Export hatte in diesem Jahre einen neuen Aufschwung genommen. Um denselben weiter zu fördern und zu kräftigen, wurde im Jahre 1904 die Aktiengesellschaft für österreichische und ungarische Mineralöl-Produkte in Wien gegründet, deren Aufgabe die Förderung des Exportes von Petroleum bildet, während der Export von Nebenprodukten, welcher sich gleichfalls zu heben begann, der Initiative der einzelnen Raffinerien auch weiterhin überlassen wurde.
Zur Konsolidierung des Rohölmarktes wurde im Sommer 1903 die »Petrolea« Aktiengesellschaft für Mineralöl-Industrie ins Leben gerufen. Die Rohölproduktion in Galizien hat in den letzten Jahren derartige Fortschritte gemacht, daß sie den Bedarf des inländischen Konsums an Leuchtpetroleum, den sie früher nicht zu decken vermochte, bei weitem übersteigt. Dadurch gewann der Export weiter an Umfang. Die Wirren in Baku zogen eine Preiserhöhung nach sich, wodurch das Erträgnis des Jahres 1905 wesentlich gehoben wurde. Ein neues Absatzgebiet erschloß sich der Petroleum-Industrie infolge der verminderten russischen Zufuhr in der Levante. Der Konsum an Benzin ist im Inlande infolge der Entwicklung der Motoren- und Automobilindustrie ganz bedeutend gestiegen, so zwar, daß nur mehr geringe Mengen zur Ausfuhr gelangen konnten.
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