Die Wirtschaft in Schlesien im Zeitraum von 1898 bis 1905
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Zündwarenindustrie
Diese Industrie hat keine hervorragenden Geschäftsjahre aufzuweisen, im Gegenteil, fast jedes Jahr brachte einen Rückgang. Infolge der großen Konkurrenz waren die Preise stark gedrückt. Die ungarische Konkurrenz schädigte den Absatz im Inlande bedeutend, der Export ging Jahr für Jahr zurück, teils infolge der Konkurrenz von Deutschland, Schweden und Japan, welch letzteres früher ein gutes Absatzgebiet war, teils infolge der Einführung des Zündhölzchen - Monopoles in einzelnen Staaten. Auch der Übergang in der Fabrikation von Phosphor- auf Sicherheits-Hölzchen (Schweden-) belastet die Fabriken schwer, indem sie zur Anschaffung neuer Maschinen und Änderung ihrer Etablissementseinrichtung gezwungen wurden. Allmählich vollzog sich in der Berichtsperiode dieser Ubergang von der Phosphor- zur Schwedenware, welche die erstere gegenwärtig fast vollständig verdrängt hat.
Die Roh- und Hilfsstoffe für Phosphor-Fabrikate lieferte mit Ausnahme des Phosphor und der Anilinfarben das Inland. Das für die Schwedenware notwendige Espenholz wird größtenteils aus Rußland bezogen. Im Jahre 1904 trat insoferne eine Besserung in der Zündwaren-Fabrikation ein, als der Export ganz erheblich stieg. Der größte Konkurrent im Export, Japan, war infolge des Krieges mit Rußland außer Stande zu exportieren, wodurch es möglich wurde, Waren nach China und Holländisch-Indien zu verkaufen. Das Hauptabsatzgebiel für den Export ist die Levante, d.i. die europäische und asiatische Türkei.
Die Seifen.lndustre hatte während der Berichtsperiode kein befriedigendes Resultat zu verzeichnen. In den ersten Jahren herrschte eine starke Überproduktion. Der Absatz beschränkte sich vorzüglich auf das Inland. Von den für diese Industrie erforderlichen Roh- und Hilfsprodukten wird Palmöl aus Deutschland und England, Talg und andere tierische Fette aus Amerika und Australien, Harz aus Amerika und Leinöl aus England und Holland bezogen. Zur Sanierung der Verhältnisse wurde Anfang 1899 der Verband mährischschlesischer Seifenfabriken ins Leben gerufen, der aber seiner Aufgabe infolge der Beitrittsverweigerung niehrerer schlesischer Fabriken nicht gerecht werden konnte, und sich daher im Sommer 1900 wieder auflösen mußte. Die Fettwarenpreise waren seit Herbst 1901 ständig gestiegen, eine Erhöhung der Seifenpreise konnte aber infolge der Konkurrenz nicht Platz greifen, Eine Besserung trat im Jahre 1903 dadurch ein, daß die hohen Preise für die meisten Rohstoffe wieder auf ein normales Niveau sanken.
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