Die Geschichte Schlesiens

Dieser Titel verspricht viel, kann das umfassende Thema aber nur fragentarisch behandeln.Dennoch, immer wieder gelangen Fundstücke, Momentaufnahmen der Geschichte der Heimat meiner Vorfahren in meine Hände, die ich interessant finde und auf dieser Seite mit anderen teilen möchte. Nehmen Sie teil, erwarten Sie aber nicht zuviel.

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Berühmte Persönlichkeiten aus Schlesien, wichtige Schlesier

Allgemeine Geschichte Schlesiens

Der Begriff Schlesien meint Vieles, schon wenn man versucht sich auf eine räumliche Einschränkung zu beschränken muß man unweigerlich scheitern, da die Region im Laufe der Zeit sowohl an Staatszugehörigkeit als auch an Grenzverläufen stetigem Wandel unterworfen war.

Schon im Mittelalter war die Zuordnung schwierig, man bezeichnete als Schlesien meist das Stück Land, das im Bereich der Oder und der Lausitzer Neiße liegt, und dessen Teil die Gebirge  Sudeten, Altvatergebirge und Mährische Pforte sind.

Die Herzöge des Fürstentum Teschens sahen sich bis ins 14. Jahrhundert als polnische Fürsten, obwohl sie eigentlich schon Teil Schlesiens waren. Für Troppau und Jägerndorf galt die Zugehörigkeit zu Schlesien erst ab dem 16. Jahrhundert.

Auch aus den alten Dokumenten wird eine Eindeutige Zuordnung nicht möglich. Sowohl Sprache, als auch Verantwortlichkeiten sind immer wieder gemischt.

Früh schon entsteht der Begriff des „utraque Silesiae“ – beider Schlesien, der das Land der Niederschlesier mit dem Land der Oberschlesier eint. Niederschlesien bezeichnet man auch als Silesia inferior, Oberschlesien als Silesia superior.

 

400 v.Chr. - 1000 n.Chr. Frühe Geschichte Schlesiens

Aus der Frühgeschichte und archäologischen Forschungen kann man eine Besiedlung durch die Kelten schon im  400 v. Chr. nachweisen.

Germanische Stämme siedeln später um ca. 100 v.Chr. in Schlesien. Es sind dies die Lugier, Silinger ( ein Vandalenstamm) und Zugehörige der Oder-Warthe Gruppe. Manche leiten den Namen Silesia vom Germanenstamm  der Silinger ab, andere wieder von slawischen Stämmen, die ebenfalls im Grenzgebiet siedelten.

375 n. Chr. dringen die Hunnen in Europa ein. Erst 400 n.Chr. werden die Auswirkungen in Schlesien spürbar. Teile des Silingerstammes ziehen mit den asdingischen Vandalen Richtung Nordafrika wo sie das Vandalenreich mitbegründen. Die Silinger Könige verschwanden aus Schlesien aber erst, als der Einfluss der Hunnen im Donauraum nachlies.

409 wandern die Wandalen und große Teile der Quaden über die Pyrenäen nach Spanien, und besetzen das Land.

418 wurden die Silingen und Alanen von den Westgoten vernichtend geschlagen, die Reste der Stämme zogen sich nach Südspanien zurück, wo sie Gebiete halten konnten. Die Landesbezeichnung blieb bis heute erhalten Andalusien (kommt wahrscheinlich von „Wandal“usien)

Ab dem 6. Jahrhundert wandern die Slawen von ihren Wohnsitzen am Schwarzen Meer auch in Schlesien ein – sie werden von den Awaren vertrieben, bzw. in den alten Wohnsitzen durch die Awaren ersetzt. Von den noch in Schlesien ansässigen Silingen bzw. Wandalen übernehen sie die Lokalen Bezeichnungen und Teile der Sprache – dies war noch vor der zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung, das die alten Lehnwörter in Ihrer Urform erhalten geblieben sind. Die Wandalen wander währenddessen nach Nordafrika und gründen das Wandalenreich. Im Krieg mit Belisar werden sie in den Jahren 533-537 n.Chr. vernichtet, ihr Reich zerfällt.

Der byzantinische Geschichtsschreiben Prokop schreibt in seinem Buch über die Wandalenkriege:   „Von den Wandalen, die in ihrer Heimat blieben, ist keine Spur mehr vorhanden. Sie sind, da ihrer nur wenige waren, entweder von benachbarten Barbaren erdrückt worden oder haben sich freiwillig unter sie gemischt, und so ist selbst ihr Name verschwunden. Auch den Wandalen, die Belisar damals (in Nordafrika) besiegte, kam nicht der Gedanke, in ihre Stammsitze zurückzukehren.“

Die slawischen Stämme mischen sich in Schlesien mit den germanischen Bewohnern. Die Zeit ist geprägt vom Streit zwischen den böhmischen Premysliden und den polnischen Piasten. Im 10. Jahrhundert gründet der böhmische Herzog Vratislav I. Premysliden Wratislaw (894-921) die Grenzfestung Vratislavia (Breslau)

Im Jahre 966 läßt sich Fürst Mieszko I. (ein Piast) taufen und eint die Stämme der Polen und Slawen und Germanen in Polen und dem Grenzland. Die erste polnische Kirchenprovinz wird im Jahre 1000 in Gnesen (Gniezno) eingerichtet. In Gnesen befindet sich auch das Grab des heiligen Adalberts. Das Bistum Breslau gehört nun zur polnischen Kirchenprovinz und wird zur kirchlichen Zentrale Oberschlesiens.

Etwa 990 kam es trotz Verwandschaft  zwischen Dago-Misika von Polen und Boleslaw II. von Böhmen zum Krieg um Schlesien. Über diesen Krieg ist wenig überliefert. Wir wissen aber das die Polen mit Hilfe der Truppen des deutschen Erzbischofs Giseler von Magdeburg und des Markgrafen Ekkehard von Meißen siegen konnten. Dies brachte den Polen die Herrschaft über die strittigen Gebiete in Schlesien bis zur Queis-Bober-Oder- Grenze.

Im Jahre 966 läßt sich Fürst Mieszko I. (ein Piast) taufen und eint die Stämme der Polen und Slawen und Germanen in Polen und dem Grenzland.

In den historischen Berichten zu diesen Gefechten wird die Burg Nemzi (Nimptsch) in der Nähe des Berges Siling (Zobten) erwähnt die eine uralte Handelsstraße beherrschte. Der Geschichtsschreiben Thietmar von Merseburg interpretierte 1017 den Namen der Burg als die Deutschen (auch heute noch bedeutet der Familienname Nemeth – der Deutsche)

1000 n.Chr. - 1400 n.Chr. Schlesien als Teil Polens

Die erste polnische Kirchenprovinz wird im Jahre 1000 in Gnesen (Gniezno) eingerichtet. In Gnesen befindet sich auch das Grab des heiligen Adalberts.

Das Bistum Breslau gehört nun zur polnischen Kirchenprovinz und wird zur kirchlichen Zentrale Oberschlesiens.

Der Name Polen wir erstmalig 1024 in Geschichtsbücher benutzt, als Boleslaw I. Chrobry zum König gekrönt wird.

Im Jahre 1137 fiel Schlesien und somit auch das Gebiet um Freudenthal und Jägerndorf an Mähren. Jedoch schon in den Jahren 1038 und 1039 drang Bretislaw I. (1028—1055) von Prag aus über Schlesien bis nach Krakau vor. Er eroberte das Land und brachte reiche Beute in seine Heimat.

Der Deutsche Kaiser zwand Bretislaw I. Schlesien an die Polen zurückzugeben, der Böhme streifte aber immer wieder durch das Land. Kriege in den Jahren 1132 und 1134 sind bekannt.

Erst das Jahr 1137 brachte mit dem Pfingstfrieden von Glatz Ruhe. Als Grenze zwischen Böhmen und Polen wurde der Wald der Sudeten gewählt. Die Grenze verlief weiter über das Eulengebirge und das Reichensteiner Gebirge. Auch die Stadt Troppau kam so mit Ihrem Umland an Böhmen

Im Jahre 1163 wurden die polnischen Benediktiner aus dem Kloster Leubus (gegründet 1150) verjagt. Boleslaw der Lange hatte sich dazu die päpstliche Genehmigung geholt. Mit seiner Hilfe wurden Zisterziensermönche aus Pforta in Thüringen (Deutschland) angesiedelt.

Da man auch Bauern brauchte stellte der König dem neuen Abt eine Bestätigungsurkunde aus in der den aus Deutschland eingebürgerten Bauern (Theutonici) die immerwährende Freiheit bestätigt wurde (ab omni iure Polonico sine exceptione sint in perpetuum liberi).

In Zeiten der Knechtschaft und Leibeigenschaft eine gute Motivation für viele den Wohnsitz zu wechseln. So richtig funktionieren wollte die Besiedlung aber trotzdem nicht. Erst unter Herzog Heinrich I. von Breslau (1202—1238) kommt eine nennenswerte Siedlungstätigkeit zustande. Seine Frau Hedwig wurde zur Schutzpatronin der Schlesier. Hedwig von Andechs-Meranien, wurde in Kitzingen am Main geboren.Sie gründete 1202 das Trebnitzer Zisterzienserinnenkloster und holte  Nonnen aus Bamberg.

Ein regelrechter Siedlungswetteifer brach nun nicht nur in Breslau auch, auch die Breslauer Bischhöfe (Lorenz (1207—1232) und Thomas I. (1232—1268))  begannen rund um Ihren Sitz in Neiße deutschen Siedlern die Landnahme zu ermöglichen.

Zwischen Herzog Heinrich und den Bischhöfen kam es bald zum Streit, denn die Kirche wollte die Kirchensteuer nach polnischem Recht einnehmen, entgegen der Zusage an die Siedler frei sein zu dürfen.

Erst durch Intervention des Papstes Honorius III. durch den Bischof von Halberstadt konnte der Streit geschlichtet werden. Man einigte sich auf den Kirchenzehenten nach deutschem Recht. Dies wurde am 15. Februar 1217 vom Papst beurkundet. In dieser Urkunde ist auch von Thetonici (Deutschen Siedlern) die Rede  „Theutonici, qui de novo ad illius terre inducti fuerant incolatum“

Die Besiedlung Freudenthals wird in einer Urkunde vom 31. August 1263

erstmals deutlich. Hier wurden Erbstreitigkeiten zwischen den Söhnen des Vogts Witigos und den Söhnen seines Gehilfen Sifrids im Ziegenhalser Gebiet geregelt. Unter anderem wurden Abgaben wie folgt lokal definiert „in montibus (Bergegruben) contra (gegen) Cuemantel et Vrudenthal“ gemeint waren die Bergwekr bei Zuckmantel und Freudenthal.
Andere in dieser Urkunde genannte Ortschaften sind:
Andree (Endersdorf)
Conradi
Langendorf
Niklasdorf
Scorosonis
Auch in Mähren hatte Markgraf Wladislaw Heinrich ca. 1220 begonnen die Stadt Freudenthal und das Hügelland im Altvatergebiet zu besiedeln, jedoch mit mäßigem Erfolg. Erst nach den Mongoleneinfällen, ca. ab 1250 ist eine bessere Siedlungstätigkeit merkbar. Zeugnis legt die Lokationsurkunde von Lichtewerden aus dem Jahre 1267 ab.

Dennoch war die Anzahl der Siedler nicht geeignet die Ausgaben des Markgrafen zu decken, denn in einer Bulle vom 17. Januar 1224 ermahnt der Papst Honorius III. den böhmischen König die von seinem Bruder dem Breslauer Bistum im Jahre 1222 gestohlenen Goldbergwerke (aurifodine)  wieder zurückzugeben. Der Markgraf war aber im Jahre 1222 gestorben, und auch dass der König reagiert ist mir nicht bekannt.

Erst der Herzog von Troppau, Nikolaus I. gibt die Zuckmantel mit seiner Burg Edelstein (castrum Edelstein cum suburbio quod Czucmantel dicitur), als Pfand in die Hand des Bischof Thomas von Breslaub. Beurkundet wurde dies 1281.

Die nächsten 200 Jahre hatte die Burg wechselnde Besitzer und erst 1474 veranlasste der ungarische Königs Matthias Corvinus die endgültige Rückgabe.

Das älteste Dorf im Kreis Freudenthal dürft Altstadt sein, es wird in der Teilungsurkunde des Herzogtums Troppau vom 18. April 1377 als „aldin Fraidintal“ bezeichnet. Da sich seine Hufen zur Gemarkundsgrenze hin noch verbreitern nimmt, was ein Zeichen dafür ist, dass es keine Einschränkungen in der Landaufteilung gab vermute man dass es in dem Gebiet auch noch keine Nachbargemeinden gab. Den Namen Freudenthal gab das Dorf Altstadt 1220 an die heutige Stadt Freudenthal weiter.

Im 13. Jahrhundert fördert Heinrich I. von Schlesien die Besiedlung des Landes durch deutschsprachige Siedeler aus Franken, Meißen, Mähren und Flamen.

Das 13. Jahrhundert ist auch die Zeit Hedwig von Andechs, die als Herzogin von Schlesien mehrer Klöster gründet, so auch das Zisterzienserkloster Trebnitz (1202= im Bezirk Breslau.

1241 fallen die Mongolen über die Oder bei Ratibor in Schlesien ein. Sie plündern und verwüsten das Land, bis sie am 09. April 1241 bei Liegnitz von Heinrich II. der seine Streitkräfte gesammelt hatte geschlagen werden, und sich durch die Mährische Pforte nach Ungarn zu Ihrer Hauptstreitmacht zurückziehen. Ob die Freudenthal und Altstadt beim Mongoleneinfall nach der Schlacht auf der Wahlstatt  am 9. April 1241 zerstört wurde weiß man nicht. Es gibt zwar eine Urkunde darüber, man vermute aber dass diese gefälscht wurde.

Bis ins 14. Jahrhundert war Schlesien faktisch Teil der polnischen Piastenmonarchie. Erst als Kasimir III. der Große von Polen 1335 auf seinen Herrschaftsanspruch verzichtete, wechselten die  Machtverhältnisse.

1339 bestätigte der König zu Krakau diesen Verzicht, 1355 kommt Schlesien als böhmischen Lehen zum Reich Kaiser Karls IV.

1430 und 1435 wird das Land durch die Hussiten verwüstet, die Wirtschaft ist zerstört.

Nach dem Tod von Ladislaus Posthumus ließ sich der ehemalige Landesverweser Utraquist Georg von Podiebrad zum König von Böhmen, Mähren und Schlesien krönen. Dies störte den Ungarnkönig Matthias Corvinus, der nun ebenfalls Thronansprüche geltend machte.

1474 besetzte Corvinus mit seinem Söldnerheer, der „Schwarzen Legion“ Mähren und Schlesien. Die Dörfer Gesenk (bestand vor Würbenthal), Heinzendorf an der Oppa, Dittersdorf, Markersdorf wurden vernichtet.

Nachdem Herzog Johann von Jägerndorf ein Sympathisant von Georg Podiebrad war wurde er vertrieben.

Corvinus starb am 6. April 1490 – sein Nachfolger wurde König Wladislaw von Böhmen und Ungarn.

Wladislaw schloß auch einen wesentlichen Vertrag mit dem Habsburger Kaiser Maximilian.

Es handelt sich um den Ehevertrag für seine Kinder Ludwig und Anna und Maximilians Enkel Maria und Ferdinand.

Die Habsburger wurden auch Vormund von Ludwig der 1516 im Alter von 10 Jahren den Thron besteigen muße. Als er bei der Schlacht von Mohacz 1526 gegen die Türken gefallen war kam das riesige böhmische Reich an Habsburg – wo es bis zum 1. Weltkrieg blieb.

1526 wurde Erzherzog Ferdinand zum böhmischen König gewählt. 1527 wurde ihm in dieser Funktion von den Mähren und Schlesiern gehuldigt.

1526 - 1740 Die Habsburger

Ab 1526 wurde Schlesien Teil des Reiches der Habsburger, bis das Land als Ergebnis der schlesischen Kriege geteilt werden mußte

In den Jahren 1639 - 1646          kämpfen die Schweden in Schlesien Land und Bevölkerung sind schwer belastet.

1740 brach der 1. Schlesisches Krieg aus, indem Friedrich II. in Land der Habsburger einmarschierte. 1741 schlug er die Truppen Maria Theresias, im Besitz der Habsburger blieb nur die Grafschaft Glatz. 1742 war der erste Schlesische Krieg zuende.

Zitat Maria Theresia: „Den Garten hat Er (Friedrich der Große) mir und den Zaun hat & mir gelassen“ Schlesien wurde in Preußisch-Schlesien und Österreichisch-Schlesien geteilt. (Die Bezeichnung Sudetenland kam erst in der neu gegründeten Tschechoslowakei im Jahre 1918 auf. )

1744 folgte der 2. Schlesische Krieg, da Karl Albrecht von Bayern zum Kaiser gewählt worden war und nun als Karl VII. Herr über Preußen war. Er fürchtete dass die eroberten Gebiete wieder verloren gehen konnten. Es folgte der Frieden von Dresden in dem die Teilung des Landes bestätigt wurde.

1756 kam es zum 3. Schlesischen Krieg, in dem Friedrich II. gemeinsam mit dem späteren Verbündeten Zar Peter III. gegen Maria Theresia kämpfte. Man fürchtete einen Bund zwischen Österreich und Frankreich. Dies war der Beginn de siebenjährigen Krieges, der 1763 im Frieden von Hubertusburg endete. Österreich verblieb nur ein Teil Niederschlesien, in der Hauptsache das Fürstentum Troppau und Jägerndorf, und Teschen. Der Rest Schlesiens verblieb bis 1945 im Deutschen Reich. Ausnahmen gab es auch hier, ein Teil Oberschlesiens wurde nach einer Volksabstimmung in den Jahren 1921 bis 1939 als schlesische Wojwodeschaft Teil Polens.

1740 Das geteilte Schlesien

 

Im preußischen Teil Schlesiens bildete sich 1815 die „Provinz Schlesien“ als eine von 10 Teilprovinzen Preußens.

Die Provinz wurde in die vier Regierungsbezirke Oppeln, Breslau, Reichenbach und Liegnitz unterteilt.

Schon 1816 traten erste Veränderungen in Kraft, als der Kreis Schiebus und Teile des Kreises Sagan aus dem Bezirk Liegnitz ausgegliedert wurden, und der Provinz Brandenburg zugeteilt wurden.

Der Bezirk Reichenbach wurde 1820 auf die Bezirke Breslau und Liegnitz aufgeteilt, um die Verwaltung zu vereinfachen.

Auch die Umkehrung war der Fall, ebenfalls 1816 wurden die Oberlausitzerkreise Görlitz, Lauban und Rothenburg dem Bezirk Liegnitz zugeordnet. Neuzuordnungen waren auch in den folgenden Jahren notwendig.

Österreichisch Schlesien - Niederschlesien

Österreichisch Schlesien war früher Herzogtum und später Kronland der k&k – Monarchie.

Begrenzt wir es von den Kronländern Galizien, Ungarn, Mähren, sowie vom deutschen Reich, bzw. preussisch Schlesien. Im Westen österreichisch Schlesiens findet man die Sudeten, bzw. das Altvatergebirge, im Osten flankiert das Jablunka Gebirge, eine Ausläufer der Sudeten das Kronland österreichisch Schlesien.

Aufsätze zum Thema

Die Liechtensteinsche Inquisition in den Herzogtümern Troppau und Jägerndorf aus Anlaß der Mansfeldschen Rebellion 1626-1627
Namensindex der durch die Inquisition in den Herzogtümern Troppau und Jägerndorf aus Anlaß der Mansfeldschen Rebellion 1626-1627 befragten Personen

Der höchste Berg im Jablunka Gebirge ist die Lissa Hora, mit 1325m, im Altvatergebirge gibt es die sagenumwobene Schneekoppe mit 1603 m Höhe.

Schlesien war mit 1987 Quadratkilometern die kleinste Provinz Österreichs.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur betrug bis ins 20. Jahrhundert 10°C, die mittlere Regenmenge war 500 mm

50% der Fläche wurden früher als Ackerland genutzt,
35% waren Wald,
15 % Weiden, Wiesen und Brachland

Der Boden war von durchschnittlicher Qualität für den Ackerbau. In alter Zeit spielte dies noch eine wesentliche Rolle, denn es bestimmte ob ein Landstrich „reich“ oder „arm“ war. Heute fällt die Qualität des Bodens in der Landwirtschaft nicht so massiv ins Gewicht wie früher. In den bergigeren Regionen waren Milchwirtschaft und Schafzucht ein Schwerpunkt..

An Bodenschätzen sind zu nennen Kohle, Eisenerz, Marmor und Dachschiefer. In Schlesien gab es 7 bekanntere Mineralquellen, besonders die Quelle in Karlsbrunn war sehr beliebt.

Auch das traditionelle Weberhandwerk war weit verbreitet. Kleidungs- und Wollverarbeitung konzentrierten sich in Bielitz, Jägerndorf und Engelsberg, Leinen wurde in Freiwaldau, Freudenthal und Bennisch gewebt. Baumwolle verarbeitete man in Friedek. Eisenwerke gab es bei Trzinietz, in der Nähe von Teschen. In Troppau, Jägerndorf, Ustron und Bielitz fertigte man Industrieanlagen, und landwirtschaftliches Gerät, Jägerndorf war für seinen Orgelbau bekannt.

Zuckerfabriken, und chemische Industrie gab es in Hruschau and Petrowitz, ebenso wie Mühlen, Likörerzeugung und Brauereien.

Aufsätze zum Thema:

Die Wirtschaftsgeschichte Schlesiens in den Jahren 1898 - 1905

Um 1900 hatte österreichisch Schlesien etwa 680.000 Einwohner. 50 % der Einwohner waren deutschstämmig, 30% Polen und 20% Tschechen. 84% der Menschen waren katholisch, 14% protestantischen Glaubens, der Rest waren Juden oder einer anderen Religion zugehörig.

Der schlesische Landtag hatte 1910 31 Mitglieder, 12 Abgeordnete wurden in den Reichsrat in Wien entsannt.

Österreichisch Schlesien hatte 9 Bezirke, Troppau war die Hauptstadt österreichisch Schlesiens, und hatte wie Bielitz und Friedek das unabhängige Stadtrecht.

Weiter Bezirkshauptstädte waren Teschen, Ostrau, Jägerndorf, Karwin, Freudenthal, Freiwaldau and Bennisch.

1817 - 1914 Bevölkerungsbewegungen

Auszüge aus der geschichtlichen Entwicklung Schlesiens, speziell für Österreichisch – Schlesien (Niederschlesien).

In Österreichisch Schlesien kam es zwischen 1817 und 1910 zu einer Schwergewichtsverlagerung nach Osten. Das Gebiet der Sudeten war seit Mitte des 19. Jahrhunderts stark überbevölkert, Weberei und Handwerk

reichten kaum noch für den Lebensunterhalt der Familien aus. Die Maschinenindustrie führte zu einer Verlagerung der Weberei aus den Webstuben in die Fabrikshallen, die Menschen begannen auf Arbeitssuche in die Fabriken abzuwandern. Dies war besonders in Niederschlesien der Fall. Nicht nur maschinelle Webereien waren die neuen Arbeitgeber, viel mehr waren es jene Betriebe die mit der aufkeimenden Industrialisierung untrennbar verbunden waren, wie z.B. Kohlengruben, Maschinenfabriken, etc.

Im Raum der Sudeten veränderte sich die Bevölkerungszahl zwischen 1869 und 1921 wie folgt:

Hennersdorf - 32% Abnahme von 1869-1921
Olbersdorf -25 % Abnahme von 1869-1921
Hotzenplotz - 23% Abnahme von 1869-1921
Zuckmantel - l7% Abnahme von 1869-1921
Bennisch - 16% Abnahme von 1869-1921
Jägerndorf -15% Abnahme von 1869-1921
Jauernig - 15% Abnahme von 1869-1921
Odrau -10% Abnahme der Bevölkerungszahl
Freudenthal -3% Abnahme
Wigstadtl - 3 Prozent Abnahme.

Die Abwanderung erfolgte primär in die Kohlengruben der näheren Umgebung. Die Bevölkerung wuchs im gleichen Zeitraum in den neuen Zentren wie folgt:

Koenigsberg +77% mehr Einwohner
Polnisch-Ostrau +454%
Oderberg +270% mehr Einwohner
Freistadt +165% mehr Einwohner

Verkehrsverbindungen

bis 1788 verband die „alte“ Poststraße die Städte & Gemeinden:
Wien – Olmütz – Sternberg – Römerstadt – Braunseifen – Wildgrub - Alt-Vogelseifen – Lichtewerden – Engelsberg – Würbenthal – Zuckmantel -Neiße – Breslau.

ab 1788 änderte man die Streckenführung:
Wien – Olmütz – Sternberg – Römerstadt -  Lobnig - Freudenthal – Lichtewerden – Engelsberg – Würbenthal – Zuckmantel -Neiße – Breslau.

1914 - 1918 1. Weltkrieg

 

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