Engelsberg bei Freudenthal
(Andelská Hora ve Slezsku)
Die Stadt Engelsberg gehörte zum Kreis Freudenthal in Schlesien, auf einer Fläche 1607 Hektar leben heute ca. 500 Einwohner.
Im Jahre 1540 wurde Engelsberg gegründet, es war eine Bergstadt, die 1153 als solche registriert wurde, und 1556 von Johann dem Älteren von Würben das Bergrecht erhielt.
Als der 30.jährige Krieg vorbei war fiel die Stadt an den deutschen Ritterorden, der es bis 1639 verwaltete.Die Stadt hatte zwei Ortsteile, Lauterseifen und Engelsberg.
Die Einwohnerzahlen entwickelten sich im 20. Jhd wie folgt
1930 1417 Einwohner
1939 1410 Einwohner, nach der Enteignung und Vertreibung der Bewohner 1945
1947 waren es nur noch 409 Bewohner.
Sehenswert ist die frühbarocke Pfarrkirche aus dem Jahr 1672 , die 1734 nach einem Feuer wieder aufgebaut wurde, die Statue des Hl. Johannes Nepomuk aus dem Jahre 1724 . Am Marktplatz gab es ein Empire Kreuz aus Sandstein , und am Annaber g stand die 1767 erbaute Gnadenkapelle .
Über die Stadtgrenze hinaus bekannte Persönlichkeiten waren Josef Partsch Krippenschnitzer (eine seiner Krippen befindet sich im Völkerkundemuseum in Wien), der schlesische Volksschriftsteller Moritz Jursitzky, Albert Schindler , Kupferstecher und Maler, sowie der Komponist Eduard Schön (der sich E.S.Engelsberg nannte)
Die Geschichte der Stadt Engelsberg, aus verschiedenen. Aufzeichnungen von Rudolf Jursitzka sen. Zusammengestellt von Rudolf Jursitzka jun. wie sie zur Veröffentlichung flur die Festschrift 50 jähriges Patenschaftsjubiläum, Stadt Memmingen, Kreis Freudenthal vorgesehen war.
Wohl schon viele Jahrzehnte vor der Erhebung Engel sbergs zur freien Bergstadt war dieser Ort erbaut worden. Denn in einem Bericht im Consistorialarchiv in Olmütz wird erwähnt, daß um das Jahr 1500 hier schon eine Holzkirche gestanden hat. Nach alter Überlieferung waren die ersten Bewohner Engelsbergs Bergleute, die in Dürrseifen und am Goldenen- Hirsch den Bergbau betrieben, der sehr lohnend gewesen sein soll. Die wichtigsten Bergwerke bei Engelsberg und Dürrseifen waren: Sankt Augustin, Sankt Barbara, Sankt Lazarus und die Siebenbrüderzeche am Goldenen-Hirsch, in denen vorallem Gold, Silber, Kupfer, Blei und Zinn abgebaut wurde.
Am 8. März 1556 gab Johann der Ältere von Würben dem kleinen Ort die Bergfreiheit und nannte ihn „Freie Bergstadt Engelsstadt“, die aber weiterhin allgemein Engelsberg genannt wurde. Er hielt sie frei von allen Fronen, Roboten, Steuern und Zinsen. Sie erhielten zwei Jahrmärkte und durften jeden Sonnabend einen Wochenmarkt abhalten. Auch erhielt Engelsberg Gerichtsbarkeiten und hatte einen Pranger, der in der Nähe des Rathauses oder der Kirche stand, um die Sünder bloßzustellen. Dürrseifen, welches schon in der Freudenthaler Teilungsurkunde vom Jahre 1405 als „Dornseyfen mit dem Smydwerk“ erwähnt wird und nun als Vorstadt Engelsberg bestand, genoß dieselben Freiheiten
Im Jahre 1557 wurde vom Gutsamt in Freudenthal fir die Stadt Engelsberg das erste Grundbuch angelegt, in welches nun alle Hauskäufe eingetragen wurden.
Am Dienstag vor Pauli Bekehrung 1559 starb der Gründer der freien Bergstadt Engelsberg, Johann der Altere von Würben, Hen- auf Freudenthal und Hauptmann des Fürstentums Troppau. An der Friedhofskirche in Freudenthal befindet sich sein Grabstein.
In Engelsberg kam am 3. August 1589 das erste größere Feuer zum Ausbruch. Es brannten 28 Häuser und der Pfarrhof nieder.
Ende des 16.Jahrhunderts gingen die Goldbergwerke fast ganz ein. An ihrer statt entstanden im Jahre 1608 Eisenhämmer, die sich gut entwickeltenViele Bewohner Engelsbergs verlegten sich auf die Weberei und den Handel mit Garnen und Zwirnen.
Am Margaretentag des Jahres 1597 erhielten die Weber von. Engelsberg, vom Herrschaftsbesitzer Stefan von Wiirben, die Genehmigung zur Gründung der Weberzunft. Der Nachfolger Stefan von Würben war Heinrich von Würben, ein treuer Anhänger der neuen Religionslehre Luthers, der seine Untertanen bewogen hatte diese Lehre anzunehmen. So waren auch die damaligen Bewohner Engelsbergs protestantischen Glaubens. Nach der Besitzergreifung der Herrschaft Freudenthal durch den Deutschen Ritterorden im Jahre 1621 war der Orden bestrebt seine protestantischen Untertanen zur katholischen Kirche zurückzufuhren, was ihm bis zum Jahre 1669 zur Gänze gelang.
Im Jahre 1624 bekam Engelsberg eine eigene Pfarrstelle.
Im Jahre 1626 wurde die Poststral3e Wien — Breslau, die auch durch Engelsberg führte, eingerichtet.
Im Jahre 1633 wütete in Engelsberg und auch in anderen Orten die Pest, an der mehr als die Hälfte der Bewohner starben.
Im Jahre 1642, (lt.Engelsberger Gemeinde-Chronik 1641, ist aber falsch was die Geschichtsforscher beweisen konnten,) rückten die Schweden unter General Torstenson, von Würbenthal kommend, in Engelsberg ein, die eine offene Stadt war. Im Jahre 1650 wurden die letzten Schweden von Engelsberg abgezogen.
Am 12. Juni 1655 wurde die Kirche Maria Geburt eingeweiht.
Am 22. September 1727 erhielt die ehrbare Zunft der Huf und Waffenschmiede das Handwerksprivilegium.
Am Paimsonntag des Jahres 1732 wurden Kirche, Schulhaus, Pfarrhaus, Rathaus und weitere 82 Häuser durch ein Feuer in Asche gelegt.
Am 8. September 1734, am Feste Maria Geburt, wurde die wiedererbaute Kirche eingeweiht. 1844 Einweihung des Deutschordenskloster in dem auch die Mädchenschule untergebracht wurde.
1862 Gründung eines Männergesangsverein.
Die Trennung Dürrseifeu vön Engelsberg, 1858 beschlossen und 1864 durchgeffihrt. 1873 wurde die Freiwillige-Feuerwehr gegründet.
1881 Feierliche Enthüllung des Schön-Denkmals (E.S. Engelsberg)
1883 Bau eines Krankenhauses beschlossen, 1885 fertiggestellt und den barmherzigen Schwestern vom Orden des hl. Carolus Borromäus übergeben.
1905 Deutsch-Ordens-Mädchenscbule erbaut.
1910 Einweihung der letzten gebauten Deutschen Knabenvolksschule.
1920 Betriebseröfluiung des Elektrizitäts-Werkes.
1928 Eröffnung der ILochquellenwasserleitung die auch die Gemeinde Lichtewerden mit Wasser versorgte.
1929 wurde das an der Ostwand der Kirche, unter den drei Wappen des deutschen Ritter- ordens angebrachte 1hrendenkmaI, ffir die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten eingeweiht. 1932 feierte man nachträglich, (1619 gegründet) den 300 jährigen Bestand der Bürgergarde. Neben der obg. Pfarrkirche war auf dem nahegelegenen Annaberg noch die 1772 erbaute St. Annakirche.
Die evang. Gläubigen hatten seit 1934 eine kleine evang. Kirche in Engelsberg Aus dem kleinen Engelsberg sind auch, einige großen Männer hervorgegangen. So der im Jahre 1805 geborene Albert Schindler, Zeichner, Maler und Kupferstecher, gest. 1861. Der Krippensclmitzer Josef Partsch, geb. 1813. Seine Arbeiten waren kunstvoll geschnitzt, er starb 1886.
Dr.Eduard Schön, (Deckname E. S.Engelsberg) geb. 1825, weltberühmter Tondichter herrlicher Männerchöre, gest. 1879.
Morllz Jurstzky, geb. 1861. Auch er stammte, wie alle vorher Genannten, aus einer Weber- familie. Bekannt war er als Volksschriflsteller, gest. 1936.
Nach dem 2. Weltkrieg wurden 1945 und 1946 fast alle deutschen Bewohner aus Engelsberg vertrieben.
So grüßen wir Engelsberger, fern der Heimat, unser liebes Vaterstädtchen am Fuße des waldumrauschten Annabergs und wollen ihm ein treues Gedenken bewahren.
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ist in Arbeit, kontaktieren Sie mich bitte, wenn Sie Daten, alte Fotos, oder Ansichtskarten zu Engelsberg haben, oder an der Chronik mitarbeiten wollen.


