Troppau

 (Opava)

Troppau ist einerseits eine Stadt im ehemaligen österreichischen Teil Schlesiens, und war andererseits lange Zeit die Hauptstadt des eigenständigen schlesischen Fürstentum Troppau.

 

Der böhmische König Ottokar II. erhob das Gebiet zum Fürstentum und verlieh es 1261 seinem natürlichen Sohne Nikolaus. Nachdem es unter dessen Nachkommen 1377 in die Fürstentümer Jägerndorf, Leobschütz und Troppau geteilt worden war, fiel es 1460 durch Kauf an den König Podiebrad von Böhmen. Dessen Sohn Viktorin tauschte es 1485 mit  Matthias Corvinus, dessen Sohn Johann Corvinus verkaufte das Fürstentum 1501 dann an den König Wladislaw von Böhmen und Ungar.

1511 wurde das Fürstentum Troppau der Krone Böhmens einverleibt. 1526 nahm es Erzherzog Ferdinand von Österreich als König von Böhmen in Besitz.

Mit Nichtbeachtung des Landesprivilegiums von 1511 verlieh es Kaiser Matthias 1613 als erbliches Mannlehen an das Haus Liechtenstein, in dessen teilweisen Besitz es noch bis ins 19. Jahrhundert war. Das Territorium des ehemaligen Fürstentums lag im 19. Jahrhundert zum Teil im Troppauer Kreis von Österreichisch-Schlesien, und zum Teil den Leobschützer Kreis des preußischen Regierungsbezirks Oppeln.

Die ehemalige Hauptstadt österreichisch Schlesiens, Troppau (slaw. Opava), liegt 247 Meter über dem Meer in lieblicher Ebene am rechten Ufer der Oppa, welche unterhalb der Stadt die Mohra aufnimmt, nahe der preußischen Grenze.

Troppau entwickelte sich als deutsche Ansiedelung in der Nähe der Burg Gräz (Gradec) und wird urkundlich zuerst 1195 genannt. 1224 erscheint es bereits als Stadt mit deutschem Recht. Von 20. Oktober bis 30. September 1820 wurde in Troppau aufgrund der neapolitanischen Revolution ein Fürstenkongress abgehalten, auf welchem sich die Monarchen von Österreich, Preußen und Rußland zur Aufrechterhaltung des Zustandes von 1815 in Europa verpflichteten. Die weitere Ordnung der neapolitanischen Frage wurde dem Kongreß von  Laibach überlassen.

Troppau hatte eine ausgeprägte Infrastruktur und war eine blühende Stadt der k&k – Monarchie.

Eisenbahnlinien der Mährisch-Schlesischen Zentralbahn führen im 19. Jahrhundert von  Troppau nach Schönbrunn und von  Troppau nach Jägerndorf. Die Stadt hatte mehrere  Vorstädte, viele schöne Plätze und 6 Kirchen, eine Kirche ist eine evangelische Kirche. Die Hauptpfarrkirche stammt aus gotischer Zeit, das Rathaus wurde in späterer Zeit im gotischen Stil umgebaut. Es gibt ein fürstlich Liechtensteinsches Schloß, das Landhaus, ein Stadttheater. Die der alten Wälle und Schanzen am Stadtrand wurden in schöne Grünanlagen umgewandelt.

Zwei alte Ansichtskarten, veranschaulichen die bauliche Veränderungen der Herrengasse bzw. der Hauptpost. Die ältere Farblithographie ist von 1899, die schwarz weiß Ansichtskarte wurde im Jahr 1941 gestempelt.

Troppau war im 19. Jahrhundert der Standort für eine Zuckerraffinerie, es wurde Tuch, Fes, Jutewaren, Hüten, Zündwaren, Pottasche, Spiritus, Likör und Bier erzeugt.

Ringofenziegeleien, Mühlen etc., eine Gasanstalt, lebhaften Handelsverkehr und große Märkte ergänzten das Stadtbild.

1880 hatte Troppau ca. 20.000 Einwohner, es war Garnisonsstadt für 1300 Soldaten.

Die Stadt hatte ein eigenes Gemeindestatut, war  Sitz der Landesregierung und Landesvertretung, des Landesgerichts, einer Bezirkshauptmannschaft (für die Umgebung), sowie der Finanzdirektion.

Es gab eine Handels- u. Gewerbekammer und man hatte ein deutsches Obergymnasium, ein tschechisches Gymnasium, eine Oberrealschule, eine Lehrer- und eine Lehrerinnenbildungsanstalt, eine Handelsschule, ein Landesmuseum, eine Bibliothek mit 35.500 Bücher.

Landeskranken, Irrenanstalt und andere Wohltätigkeitsanstalten sind an sozialen Einrichtungen zu nennen.

Für die Durchführung von Finanzgeschäften gab es ein Bodenkreditanstalt, eine Filiale der Österreichisch-Ungarischen Bank und eine Sparkasse. Jenseits der Oppa lag das Dorf Katharein mit 4292 Einwohnern im Jahre 1880, mit Rübenzuckerfabrik, Spiritusbrennerei.

 

Die Troppauer Landeshauptleute

Quellen: „Geschichte der Herzogtümer Troppau und Jägerndorf „ von G. Biermann, Teschen 1874

„Die Verfassung und Verwaltung von Österreich. – Schlesien“ von D`Elvert, Brünn 1854,

1464-1468

Bernard von Rasidl

1471

Bernhard Bielkow von Rasidl „Bernhard Berka von Rasidl“

1472, 1473

Wenzel von Prewor

1476

Johann von Zierotin auf Fulnek

1480

Nikolaus Hrot von Luckau

1490

Stephan Tomori

1490, 1491

Ladislaus Pingoci

1485, 1490

Johann Trnka

1495

Paul von Radkai

1500

Georg von Paluha

1503

Albrecht Sobek von Kornitz

1596

Emmerich von Czobor

1511

Johann von Füllstein auf Wafstadt

1512

Georg von Tworkau und Krawar

1514

Emerich Czobor

1514

Balthasar Wlcel auf Hultschin

1515-1528

Casimir Herzog von Teschen

1528, 1531  

Hynek von Würben (Wrbna) auf Freudenthal ; (Hynek Bruntalski von Wrbna)

1532, 1537

Georg Czeteris von Lorzendorf und Kinsperg

1544

Wenzel Bilowski von Füllstein

1541, 1547

Lorenz von Drahotusch auf Beneschau

1554, 1559

Johann der Ältere von Wrbna auf Freudenthal

1560, 1567

Bernhard von Wrbna auf Freudenthal

 

Stephan der Ältere von Wrbna auf Hultschin und Narnitz

1577, 1585

Johann von Würben auf Hultschin

1594  

Andreas Bzenitz (Bzenez) von Markersdorf auf Tridau und Königsberg

1595, 1608  

Albrecht Sedlinicky ( Sedlnitzki ) von Choltiz auf Partschendorf

1608

Salomon Mosch von Bittendorf

1607

Berthold von Krawar auf Radun 1607

1607

Felician von Mosch

1609

Salomon von Mosch auf Bittendorf

1611, 1614, 1616

Berthold Tworkowsky von Krawak

1614

Hyn(e)k Graf von Wrbna auf Freudenthal

1617

Bartholomäus von Krawar

1620

Hynko von Wrbna

1632

Wenzel Freiherr von Oppersdorf

1639

Georg von Oppersdorf

1641

Berhard von Wrbna

1659

Johann Georg Graf von Gaschin

1659, 1664, 1681

Wenzel Graf von Oppersdorf

1687

Albrecht Graf von Wrbna

1688

Carl Sedlnicky Freiherr von Cholitz

1692

Johann Rudoph Graf von Gaschin auf Hultschin, Freistadt, Katscher, Reichswaldau, Odersch

1738, 1743

Franz Bernhard Graf Lichnowsky, er war Verweser der vereinten Fürstenthümer Troppau und Jägerndorf

1751

Franz Heinrich Freiherr von Bereczko

1767

Carl Franz Freiherr Orlikon Laziczka auf Schönstein

1770 - 1782

Ignatz Dominik Graf von Chorinsky

1793 - 1813

Cajetan Freiherr von Sobek

1813 - 1829

Anton Graf von Sedlnicky

1829 - 1832

Ignatz Freiherr von Sobek

1833 - 1838

Wenzel Freiherr von Sedlnicky

1839 -

Wilhelm Freiherr von Badenfeld

Der Landkreis Troppau

Die Stadt Troppau war neben ihrer Funktion als Hauptstadt des Kronlandes Schlesien, zugleich Kreishauptstadt des Landkreises Troppau. Am 1.1.1945 gehörten folgende 73 Gemeinden zum Landkreis Troppau.

Nr.

Name

Amtsgericht

1.
Wigstadtl, Stadt Wigstadtl
2.
Alt Lublitz Wigstadtl
3.
Alt Zechsdorf Wigstadtl
4.
Benkowitz Troppau
5.
Bohutschowitz Troppau
6.
Briesau Wigstadtl
7.
Budischowitz Troppau
8.
Chwalkowitz Troppau
9.
Damadrau Troppau
10.
Dirschkowitz Troppau
11.
Dittersdorf Wigstadtl
12.
Dorfteschen Troppau
13.
Ellgoth Troppau
14.
Freiheitsau Troppau
15.
Glomnitz Troppau
16.
Grätz Troppau
17.
Groß Glockersdorf Wigstadtl
18.
Groß Herrlitz Troppau
19.
Hirschdorf Wigstadtl
20.
Hrabin, Markt Troppau
21.
Illeschowitz Troppau
22.
Jäschkowitz Troppau
23.
Jamnitz Troppau
24.
Jantsch Wigstadtl
25.
Jarkowitz Troppau
26.
Kamenz Troppau
27.
Klein Glockersdorf Wigstadtl
28.
Köhlersdorf Troppau
29.
Komorau Troppau
30.
Kreuzberg Wigstadtl
31.
Kreuzendorf Troppau
32.
Leitersdorf, Markt Troppau
33.
Lippin Troppau
34.
Lodenitz Troppau
35.
Markersdorf Wigstadtl
36.
Meltsch Wigstadtl
37.
Milostowitz Troppau
38.
Mladetzko Troppau
39.
Mokrolasetz Troppau
40.
Morawitz Wigstadtl
41.
Neplachowitz Troppau
42.
Neuhof Troppau
43.
Neu Lublitz Wigstadtl
44.
Neusedlitz Troppau
45.
Neu Zechsdorf Wigstadtl
46.
Niklowitz Troppau
47.
Nitschenau Wigstadtl
48.
Oehlhütten Troppau
49.
Oppahof Troppau
50.
Ottendorf Troppau
51.
Philippsdorf Wigstadtl
52.
Podwihof Troppau
53.
Radun Troppau
54.
Ratkau Wigstadtl
55.
Schlakau Troppau
56.
Schönstein Troppau
57.
Schwansdorf Wigstadtl
58.
Skrochowitz Troppau
59.
Slatnik Troppau
60.
Stablowitz Troppau
61.
Stettin Troppau
62.
Stiebrowitz Troppau
63.
Stremplowitz Troppau
64.
Sucholasetz Troppau
65.
Tabor Troppau
66.
Tiefengrund Troppau
67.
Tschirm Wigstadtl
68.
Waldolbersdorf Wigstadtl
69.
Wawrowitz Troppau
70.
Wlastowitz Troppau
71.
Wrschowitz Troppau
72.
Zattig Troppau
73.
Zimrowitz Troppau

 

 

 

Lesen Sie mehr über die Stadtgeschichte.

Lernen Sie die Umgebung von Troppau kennen:
[Heimatbuch - Ortschronik Bennisch]
[Heimatbuch - Ortschronik Lichten]
[Heimatbuch - Ortschronik Seifersdorf]
[Heimatbuch - Ortschronik Würbenthal]

[Ansichtskarten - Postkarten aus Schlesien ]

...zurück zur Startseite mehr zum Thema Leben heute

Liste der in der Chronik genannten Familiennamen

ist in Arbeit, kontaktieren Sie mich bitte, wenn Sie Daten, alte Fotos, oder Ansichtskarten zu Troppau haben, oder an der Chronik mitarbeiten wollen.

...zurück zur Startseite mehr zum Thema Leben heute